Karl-Heinz Schmidt

Das neue Fahrzeugkonzept

Der folgende Artikel von Wehrleiter Karl-Heinz Schmidt erschien unter dem Titel „Fahrzeugkonzeption der Feuerwehr Höhr-Grenzhausen“ in der Zeitung „112 – Magazin der Feuerwehr“ - Ausgabe 10/97.

Die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, gelegen im südlichen Teil des Westerwaldkreises, besteht aus vier Gemeinden: der Stadt Höhr-Grenzhausen, und den Ortsgemeinden Hillscheid, Hilgert und Kammerforst mit insgesamt 14.500 Einwohnern.

In Höhr-Grenzhausen, Hillscheid und Hilgert besteht je eine örtliche Feuerwehr. Die Gemeinde Kammerforst wird von der 2 km entfernten Feuerwehr Hilgert aus mit betreut.

Bei Wechsel auf die heute bestehende Wehrleitung im August 1986 standen folgende Fahrzeuge zur Verfügung:

Höhr-Grenzhausen
1 Einsatzleitwagen 1
2 Tanklöschfahrzeuge 16/25
1 Löschgruppenfahrzeug 8
1 Drehleiter mit Korb 23/12
1 Schlauchwagen
1 Vorausgerätewagen
1 Rüstwagen 2

zusätzlich der Fahrzeuge des Gefahrstoff-Zuges des Westerwaldkreises:


1 Meßfahrzeug – Gefahrstoffe
1 Gerätewagen – Atemschutz/Strahlenschutz
1 Dekontaminations- und Transportfahrzeug

Hillscheid


1 Tanklöschfahrzeug 16/25
1 Mannschaftstransportfahrzeug mit Ladefläche
1 Gerätewagen - Öl

Hilgert


1 Tanklöschfahrzeug 8/18
1 Mannschaftstransportfahrzeug mit Ladefläche

In den folgenden Jahren wurde der Fahrzeugbestand zum größten Teil erneuert und gleichzeitig reduziert:

Im Jahre 1989 entschloß man sich zum Verkauf des LF 8, mit der Maßgabe, für den vorhandenen Schlauchwagen in den nächsten Jahren Ersatz zu beschaffen und 2 Fahrzeuge in einem zu kompensieren.

Zunächst ersetzte man im Jahre 1991 den GW-Öl in der Gemeinde Hillscheid durch einen Gerätewagen-Gefahrgut 1 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,49 t auf einem Fahrgestell Mercedes-Benz 814 F mit Aufbau der Fa. Ziegler.

Im Jahre 1992 wurde für den Schlauchwagen Ersatz beschafft. Hier beschIoß man, den vorhandenen Gerätekoffer auf ein neu zu beschaffendes Fahrgestell umzusetzen. Man entschied sich hier wieder für ein Fahrgestell Mercedes-Benz 814 F mit 4250 mm Radstand. Auf dieses Fahrgestell wurde eine Gruppenkabine und eine Vorbaupumpe durch die Fa. Ziegler aufgebaut. Der vorhandene Gerätekoffer wurde durch eine in der Nähe ansässige Karosserie-Fachfirma auf das neue Fahrgestell umgesetzt. So entstand aus zwei geräteabhängigen Fahrzeugen - Löschgruppenfahrzeug 8 und Schlauchwagen - ein neuer Schlauchwagen.

Als nächste Beschaffung stand die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges 16/25 Baujahr 1961 an. Hierfür wurde 1993 ein Löschgruppenfahrzeug 16/12 mit 1600 l Tank und Hochdruckpumpe auf Mercedes-Benz 1222 AF und Aufbau Fa. Ziegler in Dienst gestellt. Da dieses Fahrzeug neben einer guten Motorleistung, einem großen Platzangebot auch über die nötige Gewichtsreserve verfügt, wurde der auf dem Vorausgerätewagen verlastete Hilfeleistungssatz - Schere, Spreizer und Rettungszylinder - auf dem LF 16/12 untergebracht. Mit dieser v. g. Maßnahme konnte auch der VGW entfallen.

Bei der Feuerwehr Hillscheid wurde im Jahre 1994 ein Tanklöschfahrzeug 16/25 auf Fahrgestell Mercedes-Benz 1124 AF mit Aufbau Fa. Ziegler als Ersatz für ein 30 Jahre altes TLF 16/25 in Dienst gestellt.

Ebenfalls im Jahre 1994 wurden sich die verantwortlichen Führungskräfte darüber einig, daß der 1976 beschaffte Rüstwagen 2 aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes (Rost im Bereich des Führerhauses bzw. am Gerätekoffer durch fehlenden Korrosionsschutz durch den Aufbauhersteller) in den nächsten Jahren entweder generalüberholt oder ersetzt werden müßte. Durch intensive Gespräche mit verschiedenen Aufbauherstellern, aber insbesondere durch das Vorhandensein eines LF 16/12 wurde der Entschluß gefaßt, keinen Rüstwagen 2 bzw. 1 zu beschaffen, sondern ein weiteres LF 16/12.

Damit wurde es wiederum möglich, 2 Fahrzeuge - Tanklöschfahrzeug 16/25 und Rüstwagen 2 - durch ein Fahrzeug zu ersetzen. Diesen Vorschlag unterbreitete der Wehrleiter der VG Höhr-Grenzhausen, Karl-Heinz Schmidt, den zuständigen politischen Gremien; diese standen dem Konzept positiv gegenüber und signalisierten ihre Zustimmung.

Im Mai 1995 wurde, nachdem der Bewilligungsbescheid des Landes Rheinland-Pfalz vorlag, ein Löschgruppenfahrzeug 16/12 auf einem Fahrgestell Mercedes-Benz 1224 AF mit 1600 l Tank und Hochdruckpumpe bestellt. Auch hier wurde, wie bei allen in den letzten Jahren beschafften Fahrzeugen, der Aufbau durch die Fa. Ziegler vorgenommen. Bereits im Juni 1995 wurde der Rüstwagen 2 außer Dienst gestellt.

Mit der Indienststellung des LF 16/12 im Mai 1996 konnte das TLF 16/25 aus dem Fahrzeugbestand genommen und veräußert werden. Trotz der Reduzierung des Fahrzeugbestandes im Stützpunkt der VG Höhr-Grenzhausen bleibt die Schlagkraft der Feuerwehr erhalten, ja sie wurde sogar durch diese Maßnahmen gesteigert.

Nach Abschluß der vorgenannten Maßnahmen verfügt die Feuerwehr der Stadt Höhr-Grenzhausen über folgende Fahrzeuge:


1 Einsatzleitwagen 1
2 Löschgruppenfahrzeuge 16/12
1 Drehleiter mit Korb 23/12
1 Schlauchwagen

Hinzu kommen noch die 3 Fahrzeuge des Gefahrstoffzuges des Westerwaldkreises.

Durch die Reduzierung des Fahrzeugbestandes um 3 Feuerwehrfahrzeuge in einem Zeitraum von 6 Jahren wurden und werden Haushaltsmittel für Ersatzbeschaffungen und Unterhaltung eingespart. Hiermit leistet die Feuerwehr Höhr-Grenzhausen einen wichtigen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung und Erhaltung der Einsatzfähigkeit unter Berücksichtigung der heutigen und zukünftigen Personalstärke.

Karl-Heinz Schmidt
Wehrleiter der VG Höhr-Grenzhausen

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